how low can you go? diesen politischen limbo dance üben grad sehr fleißig die grünen: mitten in einer sitzungswoche des wiener gemeinderates und landtages und nur 3 wochen vor der nächsten regulären sitzung des gemeinderates beantragen die wiener grünen eine sondersitzung. titel: "Armut explodiert in Wien – kalte Weihnachten für tausende Familien und kleine Kinder". ein bissl tiefer gings noch - wie wärs mit: "traurige kinderaugen, abgefrorene kinderhände, nichts unter dem weihnachtsbaum. die daran und an allem schlechten in der welt schuldige wiener spö sieht herzlos dabei zu". oder "unangenehme frage an den bürgermeister: hätte das jesuskindlein im heutigen wien ein obdach gefunden?"
toll und durchdacht diese art, sich durch eine politshow der tiefsten art ein bissl öffentlichkeit zu erhaschen. was mich ärgert: durch diese skandalisierung gewinnen die wiener grünen keine einzige stimme. die leute, denen es wirklich schlecht geht, denken nicht einmal an die so in die identitätskrise gekommene lebensstilpartei. was durch das "skandal!"-geschrei aber sehr wohl geschafft wird, ist ein mehr an aufbereitetem boden für die hetze der strache-fpö. danke, kann man da nur sagen.

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2008-11-28 10:39:06
voila. jetzt steht die neue regierung. nach 10 fragen und anderen gspassettln hat sich die einsicht in die umsicht wohl auch bei der övp durchgesetzt, und das duo faymann-pröll konnte gestern abend die eckpfeiler der neuen regierung präsentieren. nun, ich erinnere mich: bei der regierungserklärung gusenbauer-molterer war ich in einem eingeschneiten landgasthof kaserniert (um meine diplomarbeit zu schreiben....) und beobachtete das treiben allein in meinem zimmer. und meine empfindung dabei war offengestanden: empörung. ich hab die ministerienaufteilung arg gefunden, besonders schockiert war ich aber damals über den offenkundig großen spalt zwischen manchen wahlkampf-forderungen und ergebnissen der verhandlungen. mir war damals schon klar, dass mit der schüssel-övp schlicht und einfach nichts anderes drin war (letztlich hat sie selbst dafür bezahlt...), trotzdem machte mich die tatsache, dass alfred gusenbauer genau das als gemeinsamen erfolg bezeichnete und nicht als einzig mögliches ergebnis, schon ziemlich fertig.
die
der 4. november ist ein guter tag für die welt gewesen. die usa haben wieder einen präsident, der die welt im blick und im kopf hat, und sie haben den ersten schwarzen präsident der geschichte. ich muss gestehen: ich bin - trotz zweieinhalb stunden schlaf diese nacht - euphorisiert. vor der wahlnacht stand gestern aber noch ein anderer schöner termin für mich am programm: 