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politik von ihrer besten site

der wutzlhofer.net - blog. eindrücke, ausfälle, pressetexte, reflexionen. alles halt, was so einen politiker zum schreiben bringt...

Öffentlich, seit 2006-10-30 20:46:59 eröffnet von Jürgen Wutzlhofer

Letzte Änderung: 2009-03-10 12:25:49

es reicht! es reicht! es reicht! gibt sicherheit! hält wort!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2008-09-19 15:30:47

ok, ich weiß - langsam aber sicher laufe ich gefahr, nur mehr über die övp zu bloggen. aber es muss heute wieder sein. erstens mal sagt das bild zum ursprung der tollen "es reicht"-idee willi molterers ja alles. zweitens möchte ich den geschätzten leserInnen mitteilen, wie sehr mir die selbstinszenierung der övp als partei, die sicherheit gibt, wort hält und ernsthaft-unpopulistische politik macht am nerv geht. abgesehen davon, dass die "es reicht"-truppe mal aufhören könnte, permanent neuwahlen vom zaun zu brechen, nur weil vielleicht grad die "uns-gehört-österreich-und-deshalb-teilen-wir-es-uns-auf"-praxis ins stocken gerät: auch nicht von schlechten eltern ist das wording sozialdemokratInnen gegenüber (auf alle fälle ist es weder "seriös" noch "unpopulistisch". wer sich die heutige OTS-aussendung vom wiener ÖVP-stadtrat norbert walter zu gemüte führt, hat die tagesdosis an untergriffigkeit, schäbigkeit und brutalität mehrfach konsumiert. here we go:

OTS0181 5 II 0239 NVW0002 Fr, 19.Sep 2008

ÖVP/Wien/Umwelt/Sima/Walter

VP-Walter: "Unqualifizierte Äußerungen Simas"

Utl.: Stadträtin soll vor der eigenen Türe kehren =

Wien (OTS) - "Die ehemalige Umweltaktivistin und nunmehrige Eigen-PR-Agentin Ulrike Sima versteigt sich zu Aussagen über Umweltpolitik. Daran merkt man: Es ist Wahlkampf, die Zeit der fokussierten Unintelligenz." So kommentiert der Landesgeschäftsführer der ÖVP Wien, Stadtrat Norbert Walter, die dürftigen Wortmeldungen der Pseudo-Umweltstadträtin.

"Sima hat es nicht einmal geschafft, in dieser Stadt vernünftige Umweltpolitik zu machen. Daher ist sie sicher nicht qualifiziert, Aussagen über die Bundesebene zu treffen und als große Zeugnisverteilerin aufzutreten. Während es Sima bestenfalls zusammengebracht hat, fehlerfrei aus Zeitungen heraus zu lächeln, macht Minister Pröll Umweltpolitik, die diesen Namen auch verdient. Die Stadträtin soll daher gefälligst vor der eigenen Türe kehren, damit hätte sie genug zu tun", verweist Walter etwa auf die Versäumnisse in Sachen Förderung alternativer Fahrzeugantriebe, Solaranlagen oder erneuerbarer Energieträger.

Sima hat es auch nicht zustande gebracht, aus der Fernwärme Wien ein kundenfreundliches Unternehmen zu machen, sondern führt dieses weiterhin als Abzocker-Unternehmen. Von permanenten Überschreitungen der Luftmesswerte oder den nicht erreichten Zielen in Sachen Wärmedämmung gar nicht zu sprechen.

"Die Wiener Stadt-Landwirtschaft als großstädtischer Nahversorger funktioniert nicht wegen der Umweltstadträtin, sondern trotz dieser. Daher wissen auch alle Wiener Gärtner, Winzer und Landwirte, bei wem Landwirtschafts- und Umweltagenden in den besten Händen sind: Bei der ÖVP und Minister Josef Pröll", so Walter.


...so. und weil man's in der völligen verrücktheit der argumentation gar nicht oft genug wiederholen kann, molterers intellektuelle höchstleistung, die positionierung der ÖVP gegenüber homosexuellen zu schildern, zum immer-wieder-hören:


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blöd,mann!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2008-09-18 09:11:47

....einen hab ich noch zum thema plakate und spaß: die unglaubliche geschichte um "das größte werbeplakat des wahlkampfes". das ist nämlich ein bisschen zu groß geworden.... sind die ähnlichkeiten mit der mediamarkt-kampagne absicht?

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wahlkampf ist saure-gurken-zeit für gute grafiker!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2008-09-17 15:58:03

...zumindest möchte man das bei den aktuellen plakatsujets glauben. willi "es reicht" molterer wird auf den neuen övp-plakaten zwar endlich hergezeigt (schließlich ist er ja unser bester mann...), allerdings wirken die fotos von ihm wie schnappschüsse. die fpö ist sowieso jenseits von gut und böse, aber das in rot-weiß-rot. die neuen grünen plakate sind besonders interessant: fast als suchbild gestaltet sich das potpourri aus vdb-bild, vdb-logo, grünen-logo, einer forderung, die eigentlich aus zwei forderungen besteht und schließlich der frage "wann, wenn nicht jetzt!" - warum auch immer mit rufzeichen statt mit fragezeichen am schluss.

ob es nun der grünen gesamtperformance knapp über der wahrnehmungsgrenze hilft oder schadet, werden wir am 28. september sehen. bis dahin empfehle ich zur abwechslung die plakat-verulkungen aller parteien auf der satireplattform raketa...

im liegen umfallen

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2008-09-11 20:24:54

also, eines muss schon mal gesagt werden: wilhelm molterer ist einer unserer besten leute. der mann hilft der wahlbewegung für werner faymann und die spö ganz gewaltig. erfreulich ist dieser tage, neben seiner gesamtperformance, dass der mann mit dem eigenartigen minenspiel wieder mal auf eine forderung der spö (13. familienbeihilfe für alle kinder, nicht nur für über 6jährige und das erst im nächsten jahr) eingeschwenkt ist - auch bei der hacklerregelung zeigt sich bewegung in richtung des 5-punkte-plans von werner faymann gegen die teuerung.

während manche das, so wie hubert wachter im aktuellen news, als "mitleidserregende performance der övp" abkanzeln, fällt mir dazu viel positives ein - freilich aus der sicht des sicher-nicht-övp-wählers.

wie auch immer: es läuft durchaus gut. und seit die krocha auch noch ins faymann-lager gewechselt sind, ist die energie für einen spannenden wahlkampf-endspurt gesichert...


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skurril: schwarz-grüner flusskrebs-verschwörungs-skandal!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2008-09-03 16:36:21

ein erlebnis der anderen art hatten gestern alle teilnehmerInnen des von der övp und den grünen einträchtig beantragten zusätzlichen umwelt-ausschusses des wr. gemeinderats. der ist unter ausschluss der öffentlichkeit (besser so), daher berichte ich hier.

aufgrund eines profil-berichtes über einen professor der meduni wien (hr. prof knasmüller), der vor 9 jahren (!) eine studie über das wasser in donau und donaukanal gemacht hat, witterten sie einen skandal: knasmüller habe, wie er nun fast ein jahrzehnt später den bürgermeister informiert (und geld für eine weitere studie fordert...) krebserregende stoffe ("heterozyklische aromatische amine") im donaukanal gefunden. die stadt habe nicht reagiert und die bevölkerung über die dräuende gefahr nicht informiert. hmm. im ausschuss konnte ich miterleben, mit welchen völlig obskuren argumenten die top-informierten gemeinderäte maresch (g) und stiftner (vp) auf die fakten reagierten, die ihre falschen anschuldigungen wie ein kartenhaus zusammenbrechen ließen:

faktum: die meduni wien distanzierte sich von knasmüller und seinen methoden, weil seine studie "keine toxikologischen schlüsse" zulässt. reaktion maresch: die meduni ist doch von der stadt wien gekauft!

faktum: die stadt wien hat den verdacht knasmüllers ernst genommen und ein - vom umweltbundesamt (uba) anerkanntes und staatlich beeidetes - institut mit der überprüfung beauftragt (ergebnis: keine solche stoffe nachweisbar). reaktion: die methode dieses institutes (die auf der ganzen welt für messungen herangezogene schöpf-probe entspricht dem state of the art, wie uns expertInnen des uba erläuterten) ist doch schlecht....

faktum: info von der prokuristin des uba "die methode knasmüller ist wissenschaftlich legitim, aber man kann mit ihr nur eine spurensuche machen und keine quantitativen aussagen über menge und gefahr durch bestimmte stoffe machen - das geht nur mit der schöpfprobe". reaktion: warum hat die stadt knasmüller nicht beauftragt, um mit seiner methode aussagen über menge und gefahr der stoffe zu machen, sondern verwendet schon wieder diese schöpfprobe? das ist doch ein skandal! aber klar doch: die haben verstanden, wo der hase läuft! köpfchen muss man haben!

faktum: knasmüller hat mit seiner methode (ein angereicherter wattebausch wird 24 stunden ins wasser gehängt und nachher überprüft), nachdem ca. soviel wasser wie von enns nach wien die donau entlang fließt diese stoffe gefunden: und zwar - am wattebausch - so viel wie in einer zigarette vorhanden ist. nach 24 stunden anreicherung mit millionen liter wasser! reaktion stiftner: "das ist doch ein skandal! warum wurde die bevölkerung nicht über diese große gefahr informiert?" aber panikmache aus wahlkampfgründen ist das sicher nicht, oder?

...und so weiter. es ist eine derartig peinliche inszenierung gewesen. für ein bisschen aufmerksamkeit ist dem superschlauen dream team maresch-stiftner die wahrheit dann doch nicht so wichtig. schwarz-grün ist wirklich eine allianz des grauens.

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