Benutzen Sie die Hilfslinks zum Navigieren in diesem barrierefreien Dokument.

Metanavigation

politik von ihrer besten site

der wutzlhofer.net - blog. eindrücke, ausfälle, pressetexte, reflexionen. alles halt, was so einen politiker zum schreiben bringt...

Öffentlich, seit 2006-10-30 20:46:59 eröffnet von Jürgen Wutzlhofer

Letzte Änderung: 2009-03-10 12:25:49

die övp oder wie man zwischen faschismus und demokratie "äquidistant" sein kann...

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2010-04-07 08:47:42

über den in der övp vorherrschenden demokratiezugang könnte man seiten schreiben, und anlässe dazu gab und gibt es auch zur genüge. aktuell verwundert, wie die konservativen auf der einen seite auf eine strache-kampagne aufspringen und auf der anderen seite ihre unentschiedenheit zwischen heinz fischer und barbara rosenkranz zelebrieren.


zum strache-steigbügelhalter macht sich die ÖVP im zusammenhang mit einem aus meiner sicht verunglückten rap eines jungen musikers, Big DnC. auf dem übrigens seit oktober 2008 (!) abrufbaren youtube-musikvideo von "Na C.-Strache" lebt der rapper seine abneigung gegen den rechtesten zahntechniker österreichs in gewaltphantasien aus, die ich auch nur ablehnen kann. 


trotzdem: es ist ein rap und nicht eine eidesstattliche politische erklärung, es ist von einem jugendlichen und nicht von einem im öffentlich leben stehenden politiker. und überhaupt ist es sicher nicht mehr zu kritisieren als die latente, systematische verrohung politischer kultur und sprache durch fpö-politiker. die övp zeigt sich nun aber total "empört" darüber, dass ein spö-mitarbeiter in seinem blog zu diesem video verlinkt (...und nicht eine offizielle spö-seite oder so). und macht den sancho pansa für die inszeniert-künstliche fehde der strache-fpö gegen diese windmühle. schon erstaunlich, dass sich die övp so aus dem fenster lehnt, um die suppe der freiheitlichen zu kochen, bei den kontakten der jungen fpö zur rechtsextremen szene, beim empfang von vertretern der ungarischen jobbik-partei im fp-parlamentsklub und anderen dingen mehr aber seltsam still ist...


als hätte noch ein weiteres beispiel für diesen neuen, ungustiösen stil in der övp gefehlt - das verhalten hochrangiger övp-funktionäre im präsidentschaftswahlkampf liefert es. keinen kandidaten aufstellen ist das eine. gerade in diesen zeiten kann es niemandem egal sein, wer unseren staat nach außen vertritt. nun aber wählerinnen und wähler implizit zum wahlboykott oder weiß-wählen aufzurufen, ist ein demokratiepolitischer skandal der sonderklasse. was bedeutet das denn? wie, bitte, kann man zwischen einem makellosen demokraten und einer rechtsaußen-kandidatin mit schlampigem verhältnis zum nationalsozialismus "äquidistant" sein???? ist es so schwer, zwischen demokratie und deren aushöhlung zu unterscheiden? kann es wirklich wahr sein, dass für leute wie herrn kopf (immerhin klubobmann der övp) fischer, rosenkranz und gehring "gleich unwählbar" sind? die övp hat ganz offensichtlich das gespür für die politische mitte verloren und die staats- und demokratiepolitische verantwortung in diesem lande an spö und grüne abgegeben. eigentlich wäre die jetzige gleichgültigkeit der övp-parteiführung gegenüber dem ausgang dieser wahl einer staatstragenden partei nicht würdig. es sieht aber ganz danach aus, als passte es ganz gut ins bild einer partei, die gar nicht staatstragend, sondern einfach nur mächtig sein will. übrigens: eine sehr kluge auseinandersetzung zu diesem ganzen thema hab ich grade in "the sandworm's weblog" gefunden....

das leder ist rund...

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2010-03-11 19:41:03

fussball...die welt auch. gemeinsam sport machen ist eines der vielen dinge, das in einer gesellschaft verbindendes vor trennendes stellt. die initiative fußball verbindet weist darauf hin - und darauf, wie absurd oft die realität österreichischer fremdenrechtspraxis ausschaut. hier ist es der top-nachwuchskicker bernard karrica, der abgeschoben wurde, obwohl er bestens integriert war und damit aus vielen freundschaften und vor allem seiner fußball-passion in österreich gerissen wurde.


auf der einen seite ist immer wieder die rede davon, "die ausländer" seien zu wenig integriert. jetzt einmal abgesehen von dieser pauschalisierung: natürlich ist es richtig und notwendig, alles dafür zu tun, dass zuwanderer in die gesellschaft integriert werden, zugang zu bildung, jobs und öffentlichem leben haben und damit nicht parallelgesellschaften entstehen. und genauso richtig ist es, von zuwanderern auch die bereitschaft zu erwarten, ihren part dabei aktiv zu spielen, vom sprache lernen bis zum sich-an-regeln-halten. absurd wirkt es nur, wenn auf der anderen seite immer wieder fälle wie den von bernard karrica gibt. fälle, in denen gut integierte junge menschen einfach abgeschoben werden. deshalb unterstütze ich die initiative für ein humanitäres bleiberecht für den jungen sportler.

2 Kommentare - Kommentar schreiben

rust watch III: ein gegenmodell zu strache

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2010-02-20 10:00:44

ziegelsteindieser seelenlose ziegelstein hat mehr freunde auf facebook als hc strache. das hat auch einigen grund: die menschen wollen keinen staat bzw. keine stadt, die von missgunst, hass und hetze geprägt ist. das kann strache auch nicht durch größenwahn ausgleichen: nachdem er zugleich für den bundeskanzler, den bundespräsidenten und den wiener bürgermeister antritt, dürfte ihm wohl seine egomanie bereits vollends zu kopf gestiegen sein. "das letzte mal, wo einer all diese funktionen auf einmal vereinen wollte, war das olliver cromwell", hat michael häupl hier in rust vorgestern gesagt. nicht gerade ein testimonial für demokratische gesinnung ist es jedenfalls. interessant ist übrigens, dass cromwell an sog. "stein-beschwerden" starb. ein grund mehr für den ziegelstein.

 

im ernst: im oktober in wien geht es darum, diesem mann mit allem, wofür er steht, einhat zu gebieten. diesen damm müssen wir bauen, und das geht nicht durch nachgeben, sondern durch klare abgrenzung. michael häupl, der einzig relevante gegner von hc strache in wien, hat das gerade sinngemäß so formuliert:

Es gibt immer wieder Stimmen, die sagen „Ihr nehmt’s den Strache nicht ernst, ihr ignoriert ihn und werdet euch schon noch anschauen“. Keine einzige Landespartei setzt sich derartig intensiv mit der FPÖ, mit ihren Zugängen und mit HC Strache auseinander wie wir hier in Wien. Ich habe aber den Verdacht, dass jene, die sagen „Ihr nehmt den Strache nicht ernst“ eigentlich meinen „Ihr gebt dem Strache nicht nach“. Das müsste wer anders machen. Mit mir geht das nicht. Ich werde dem Strache ganz sicher nicht nachgeben, keinen Jota werden wir dieser Politik nachgeben.


eine klare, ermutigende kampfansage. und so klingt unsere ruster klausur heute mit einigem tatendrang aus!

Kommentar schreiben

rust-watch II: wir wollen die gemeinsame schule flächendeckend!

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2010-02-19 10:48:59

storch der ruster storch bringt heut einen kraftvollen morgen: bei einer podiumsdiskussion mit bildungsministerin claudia schmied, bildungsstadtrat christian oxonitsch, dem finnischen bildungsforscher matti meri, prof. elke gruber von der klagenfurter bildungs-uni und christoph peschek, unser gewerkschafts-jugendvorsitzender. am podium herrscht große einigkeit darüber, wie eine schule der zukunft aussehen muss: eine gemeinsame schule für alle, massiver ausbau an ganztagsschulen, gemeinsame universitäre ausbildung für alle pädagogInnen vom kindergarten bis zur höheren schule (mit spezifizierungen natürlich, aber damit auch mit der möglichkeit, berufsbilder zu veränderung und -pfade zu wechseln). ich persönlich würde noch eine anhebung der schulpflicht auf 18 jahre, eine gemeinsame modulare oberstufe für alle (auch die berufsausbildung) mit matura bzw. studienberechtigungsprüfung und natürlich ein bundesrahmengesetz für den kindergarten, dass eine flächendeckende ausstattung an kindergärten in allen bundesländern geschafft wird.


auf alle fälle eine spannende sache hier, die noch einmal illustriert, wer in österreich bildungspolitisch zukunftsträchtige ideen hat und an wessen blockade diese immer wieder scheitern...


gestern war übrigens auch noch motivierend. michael häupl hat noch einmal die schnelle umsetzung der ergebnisse der volksbefragung versprochen. übrigens: die beteiligung ist mittlerweile auf über 30% angestiegen und damit handelt es sich um die zweitgrößte volksbefragung in der geschichte wiens...


häupl machte auch klar, dass die volksbefragung ein ziemlich starkes signal in richtung briefwahl war: 90% der stimmberechtigten stimmten per brief ab!


für den nachmittag stehen heute noch beiträge von michael ludwig, sandra frauenberger, ulli sima und andreas mailath-pokorny an....

Kommentar schreiben

rust-watch I

Jürgen Wutzlhofer schreibt am 2010-02-18 10:14:21

niessl in rustgerade hat unsere jährliche klub- und ausschusstagung der wiener spö in rust begonnen (im bild ist LH hans niessl, der uns alle gerade im seehotel rust begrüßt...) bis samstag haben wir hier die gelegenheit die aktivitäten der kommenden monate zu planen und beschlüsse für unsere stadt zu fällen. rust ist immer auch ein ausgangspunkt für neues: erst letztes jahr wurde hier das wiener modell des gratis-kindergartens beschlossen. heute ist es realität, und einige bundesländer haben den wiener impuls gespürt und sind nachgezogen...


beginn der tagung macht bundeskanzler werner faymann und bürgermeister michael häupl. am nachmittag werden wir viele diskussionen zum thema "stadt der zukunft, chancen und gerechtigkeit" führen.


ich auf jeden fall bin schon gespannt und werde von meinen eindrücken bloggen...

Kommentar schreiben

(152 Artikel)

Alle AutorInnen von
politik von ihrer besten site

  • Jürgen Wutzlhofer - 152 Artikel

Artikel im September 2010

MDMDFSS
1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30

« September 2010 »

RSS-feed: www.redbook.at/home/blog/rss2.0/73

Weblogsystem:
redbook